1. Naturheilkundlicher Brief in der Corona Krise – über die Psyche und ihren Halt

    Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen Arztbesuch, und das übermittelte Wissen darf nicht als Behandlungsersatz verstanden werden.

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    Lieber Radu, wie geht’s dir heute?
    Hätten wir uns nicht beim Online – Schachspielkennenlernen können? Dann hätten wir jetzt in der häuslichen Quarantäne überhaupt keine Einbußen. Deine katerhaften Bewegungen, gekoppelt mit deiner guten Führung, wenn wir gemeinsam den Paso doble aufs Parkett legen, fehlt mir sehr.

    Covid 19 Abstandsregeln haben auch vor unserer Tanzschule nicht Halt gemacht. Eine Alternative gibt für mich leider nicht. Obwohl wir Videomaterial von den Lateinamerikanischen Tänzen bekommen haben, kann ich sie mit niemandem üben. Du weißt ja, wie ungern Claude tanzt. Was für eine gute Idee von Dir, die häusliche Quarantäne, die wir natürlich einhalten um dem Virus wenig Chance zu geben, mit dem gegenseitigen intensiven Briefeschreiben zu füllen.

    Kannst du gut arbeiten im Homeoffice zwischen Deinen Kindern?

    Es hat mich fasziniert, wie geräuschlos und größtenteils einsichtig die Schließungen der Kitas, Kindergärten, Schulen und Unis vonstatten gingen. Es war, als ob wir alle unbewusst spüren, dass etwas Großes, was noch niemand so richtig verstehen kann, mit der Welt geschieht.

    Leider haben nicht alle so viel Urvertrauen und gehen mit der ungewöhnlichen Situation so humorvoll um, wie Du und mein lieber Claude. Ihr haltet lachend Abstand und wascht Eure Hände zigmal gründlich. Und das stets mit einem lustigen Kommentar, als wäre es ein großer Spaß.

    Sogar wenn Ihr in den Ärmel hustet, Eure Papiertaschentücher diskret benutzt, wegwerft und Eure Hände danach wieder wascht und desinfiziert, hat das wie beim Tanzen etwas Elegantes und Leichtes.

    Stell dir vor am Wochenende hat Isabell, mit ihren 8 Jahren versucht den ganzen Tag zu jedem von uns den Mindestabstand von 1,5 Meter nicht zu unterschreiten. Sogar beim Kochen hat sie ihren Kochlöffel an einen langen Stock gebunden, damit sie mir nicht zu nahekam. Die Kinder haben einen richtigen Sport daraus gemacht.

    Dabei fällt mir ein:
    Gestern habe ich Heidi mit dem Schlafzimmerblick, erinnerst Du Dich an sie, im Supermarkt zwischen den Salzbrezeln und dem Multivitaminsaft getroffen. Wie die meisten, ja wahrscheinlich auch wie ich, hat sie konzentriert und dadurch etwas angespannt gewirkt.

    Alle Kunden versuchten den Abstand einzuhalten. Das ist gar nicht so einfach, wenn man seinen Artikel im Regal anpeilt, den großen sperrigen Wagen in 1,5 Meter Abstand an den anderen Kunden vorbei manövriert und dann auch noch jemand Bekannten trifft. Spontan erfreut auf die Person zuzugehen, geht ja nicht mehr.

    Auch die Lippen sollten sich nicht so weit öffnen, es könnten ja Spucketröpfchen beim Lachen oder Sprechen aus dem Mund hüpfen. Momentan sind wir alles andere als natürlich und locker, gell?

    Jedenfalls habe ich Heidi getroffen. Sie war ganz durcheinander. An diesem Vormittag hat sie erfahren, dass das Hotel, in dem sie in der Verwaltung sitzt, zumachen muss, weil ein Gast infiziert war. Ihr Mann ist in Kurzarbeit und ihre Mutter, die im Altersheim wohnt, darf sie nicht mehr besuchen. Während sie mir das erzählte, schauten mich ihre Augen mit den hängenden Lidern sorgenvoll an und ihre Hände, in den himmelblauen Gummihandschuhen, gestikulierten unsicher. Sie war ganz damit beschäftigt, Abstand zu halten, nur nichts falsch zu machen und Covid 19 aus dem Weg zu gehen.

    Letzte Woche habe ich gelesen, dass die Homöopathie auf genau diesen Zustand positiv einwirken kann. Die Atmosphäre, in der wir momentan leben ist voller Angst.
    Und Angst macht den Brustkorb eng und das schlägt auf die Atmung.

    Überall herrscht,

    • Angst vergiftet zu werden (Viren)
    • Angst vor Ansteckung,
    • Angst vor Krankheit
    • Angst jeder kleinste Fehler könnte verheerende Folgen haben, auch für andere Angst davor jemanden anstecken zu können.
    • Angst vor dem Tod
    • Angst davor etwas falsch zu machen, schuldig zu werden
    • Angst vor Strafe

    In der Homöopathie ist das ein Hinweis auf das Arzneimittlbild Arsenicum album.
    Was wäre, wenn die Homöopathie wirklich wirken würde?

    Könnte sich die unruhige Furcht in mehr Vertrauen und dadurch in eine stärkere Immunität gegen den Virus wandeln? Stress und Angst schwächen die Abwehr enorm. Die öffentlich angeordneten Maßnahmen beschränken sich darauf den Kontakt einzuschränken, das Virus zu vermeiden. Zusätzlich können wir uns aber in dieser Zeit auf die innere Stärkung unserer Immunität und Standhaftigkeit konzentrieren?

    Das halte ich für extrem wichtig. Ich habe nämlich an mir selbst beobachtet, während ich mich mit Heidi unterhielt, wie ich in ihre unsichere, pessimistische Stimmung hineingezogen wurde.

    Meine Selbstsicherheit schwand wie Badewasser durch den Abfluss. Mir wurden die Knie weich. Ich fürchtete mich davor krank zu werden und meine Lieben in Gefahr zu bringen, wenn ich nicht sofort mein Gesicht mit meinem Halstuch bedecke. Plötzlich trat ich fast erschrocken noch einen Schritt zurück, während ich weiterredete.

    Heidi verweigerte in unserer Unterhaltung jede positive Sicht auf die Pandemie. Dass die Welt vielleicht eine Pause nimmt, der Kapitalismus sich eine Weile schlafen legt, damit wir alle zur Besinnung finden.

    Keine Option in Heidis gestresster Gedankenwelt. Die Möglichkeit, dass die ganze Situation auch eine große Chance für die Gesellschaft und jeden Einzelnen sein könnte, wurde durch die große Angst vor dem finanziellen Chaos, der möglichen Privatinsolvenz, der Armut völlig überlagert. Sie steigerte sich so hinein, dass ihre schweren Augenlider sich ganz nach oben zogen und ihren panischen Blick freilegten.

    Was wäre, wenn die Homöopathie auch für diese Angst ein Mittel anbieten könnte?

    Die ganze Welt ist momentan in der Situation, sich mit dem Schwinden der vermeintlichen Sicherheit auseinanderzusetzen.

    Es herrscht weit verbreitet,

    • Angst vor Armut,
    • Angst um die Geschäfte
    • Angst vor Ruin
    • Angst vor dem Verlust der Sicherheit
    • Angst vor materiellem Verlust, Haus, Hof und Vorräte
    • Angst zu verhungern
    • Angst, wenn nicht alles so bleibt wie es ist

    Man sagt hier ist Bryonia album das Mittel der Wahl.
    Es hilft, wenn man im gedanklichen Sorgenkarussel um das Geld gefangen ist.

    Was für ein Potential könnte sich entfalten, wenn wir jetzt ohne uns in der Emotion von Existenzbedrohung zu verlieren, neue mögliche Wege
    entdecken? So viel Kreativität wäre frei zugänglich.

    Ich bin sehr froh, dass es Deiner Marina wieder besser geht. Da haben wir tatsächlich eine Bestätigung der homöopathischen Wirkung. Sie hat mir so leidgetan, als ich das letzte Mal mit ihr telefonierte. Ihre Stimme klang ganz dünn und sie wirkte völlig ausgebrannt.

    Der Mega – Dienst im Supermarkt und dann noch der Schock, dass ihr alter Vater im Seniorenheim Covid 19 krank ist. Das ist schon eine Riesenbelastung.

    Viele Menschen kommen momentan, so wie Marina „auf dem Zahnfleisch“ daherund haben,

    • Schwäche, beim Atmen
    • Schwäche beim Sprechen
    • Schwäche beim Schwitzen
    • Große Erschöpfung durch anhaltende
    • Sorgen oder Schock
    • sind sehr nervös und gereizt

    Wie schön, dass sie das passende homöopathische Mittel verordnet bekommen hat.
    Phosphor acidum, hat ihr geholfen?

    Zweimal eingenommen, gell? Und sie war wieder stark und zuversichtlich.

    Gottseidank, so hat sie auch wieder mehr Kraft für ihre eigene Abwehr. Auf dass wir alle gesund bleiben.

    Hast Du auch schon beobachtet, dass die Stimmung, trotz einem langsameren Bewegungsrhythmus der Menschen, so unentspannt ist?

    Manchmal fühlte es sich fast hysterisch an. Mir ist es selbst schon so gegangen. Am Anfang dieser Krise, war ich so nervös und ständig auf Adrenalin. Ich beschäftigte mich ständig mit der Frage, wie das wohl ausgeht, wie wir da wohl wieder rauskommen? Wie entwickelt sich die Welt mit dem neuen Corona – Virus?

    Wie lösen wir uns wieder aus den ganzen Einschränkungen und aus dem Tief der Börse? Diese Überlegungen haben mir nicht gutgetan. Ich spürte wie es an meinen Kräften zehrte und ich fürchtete um meine gesunde Abwehr.

    Dann ist mir eingefallen, was wäre, wenn mir ein homöopathisches Mittel bei dieser inneren ängstlichen Nervosität helfen würde?

    • es war wie Lampenfieber
    • ich fühlte mich wie ein Angsthase
    • ich war sehr träge
    • und das Atmen fiel mir schwer
    • hatte Kopfschmerz, der mir die Augenlider zudrückte

    Und tatsächlich. Im Toilettenschrank hatte ich die Prüfungsangst – Globuli von Dirk gefunden.
    Gelsemium habe ich eingenommen und fühlte mich bald darauf wieder in meiner Mitte.

    Durch dieses homöopathische Mittel und weil wir uns alle mittlerweile etwas an diese Situation gewöhnt haben, bin ich wieder voll da.

    Nur mit Claude habe ich so meine Schwierigkeiten. Du weißt ja wie er ist. Er braucht immer seinen Freilauf.
    Dass er jetzt zuhause sitzen muss und bei der Arbeit öfter von den Kindern gestört wird, hält er fast nicht aus. Du weißt ja wie ehrgeizig und hibbelig er immer ist.

    Seit ein paar Tagen wachte er schon morgens um 4.00 Uhr auf. Einschlafen konnte er auch sehr schwer, obwohl er seine „Feierabend – Bierchen“ schon erhöht hatte.
    Er war so gereizt und hektisch.

    Fast wäre die Stimmung in unserer Familie nachhaltig gekippt. Aber da haben wir wieder Hilfe aus der Homöopathie bekommen. Diesmal kann ich direkt erzählen, wie es ist, wenn ein Homöopathikum wirkt.

    Er hat Nux vomica eingenommen und

    • er ist nicht mehr so nervös, sondern geduldiger
    • er schimpft nicht mehr aggressiv mit den Kindern, sondern spricht in ruhigerem Ton
    • seine Nervenkraft ist viel besser
    • sein Sodbrennen ist weg
    • er schläft durch
    • er konsumiert nicht mehr soviel Alkohol
    • seine Magenschmerzen sind besser
    • und er friert nicht mehr so schnell, jetzt kann ich auch mal lüften

    Ich habe festgestellt, dass einige Menschen in diesen Zustand geraten sind. Irgendwie ist alles zu viel. Die Veränderungen, die Ungewissheit, die Arbeit, die Kinder zuhause und die vielen Sorgen.

    Alles wächst ihnen über den Kopf. Manche versuchen sich mit Kaffee, Alkohol oder Beruhigungstabletten über Wasser zu halten. Aber die innere Gereiztheit wächst trotzdem und es geht einem alles auf die Nerven.

    Ich bin sehr froh, dass Du bei all dem immer noch ausgeglichen und wohlauf bist. Bei Roman sieht es da schon anders aus. Hat er sich bei Dir auch gemeldet?

    Gestern Abend hat er mich angerufen und war völlig verzweifelt. Gerti, seine Frau muss im Krankenhaus ihren Dienst tun. Sie hat fast keine Freizeit, weil viele Kollegen krank sind und es schon lange an Personal fehlt. Vor fünf Monaten musste seine Frau ihn wohl sehr zurückhalten. Roman wollte in der Verwaltung des Krankenhauses lautstark protestieren, wegen der schlechten Bezahlung, der gnadenlosen Schichten usw. Er war stinkwütend wegen all dieser Ungerechtigkeiten, dass er fast gewalttätig wurde. Aber ja, niemand kann geeignetes Pflegepersonal herbeizaubern.

    Deshalb ist er jetzt auch ruhig und bleibt im Homeoffice bei den Kindern, während sie ins Krankenhaus geht. Der Kindergarten und die Schule sind geschlossen und er versucht das alles unter einen Hut zu bekommen.

    Durch das Fehlen des gewohnten Tagesablaufs sind seine Kinder in einem Zustand der völligen Anhänglichkeit geraten. Er kann wohl nicht mal kurz aus dem Zimmer gehen. Schon weinen sie und laufen ihm nach. Auch wenn die Kleinen Mittagsschlaf machen sollen, muss er solange bei ihnen liegen, bis sie tief schlafen. Sonst sind sie sofort wieder hellwach und quengelig.

    Das kenne ich auch von unseren Kindern. Unser Homöopath hat ihnen dann immer Pulsatilla gegeben. Dann war die Verlassensangst bald besser.

    Romans Ältester hingegen versucht ihm alles recht zu machen. Das rührt ihn sehr und er fühlt sich ihm gegenüber schuldig. Der kleine Nick ist in der vierten Klasse und macht seine Hausaufgaben so gut er kann allein, damit er dem Papa keine Mühe macht.

    Nick scheint zu merken, dass sein Papa völlig überfordert ist. Roman ist sehr unzufrieden, weil er gerade keinen guten Job machen kann. Dabei ist er nicht nur für seine Familie, sondern auch für seine Abteilung verantwortlich. Viele holen sich Zuspruch und Ermutigung von ihm, weil er so einfühlend ist und stets eine Lösung parat hat.

    Aber diese Last macht ihn fertig. Die ganzen Schicksale seiner Mitarbeiter und deren Nöte gehen ihm stark an die Nieren. Dieser Stress schwächt ihn merklich.

    Er klagt er über ein Gefühl, dass ihm das alles langsam auf der Brust liegt und seine Atmung rau ist.

    Seine Gesundheit macht ihm Sorgen, was wenn er die Kraft verliert? Was ist dann mit der Familie?

    Was wäre, wenn es für Roman Unterstützung aus den homöopathischen Mittelbildern gäbe?

    Causticum bei diesen Symptomen helfen.

    • Zuviel Verantwortung mit Hingabe
    • Mitgefühl
    • sorgt sich um die anderen
    • kümmert sich
    • Ausgelaugt sein
    • Schwere in der Brust
    • Wundheit und raues Gefühl beim Atmen
    • Gefühl wie Stein im Magen

    Morgen werde ich ihn fragen, ob er sich helfen lassen will.
    Sonst übernimmt er sich noch.
    Was meinst Du?

    Aber wenn er sich schon krank fühlt, muss er natürlich zu einem Arzt um sich untersuchen und testen zu lassen. Immerhin ist Covid 19 meldepflichtig und darf nicht vom Heilpraktiker behandelt werden.

    Was aber jeder für sich selbst und auch mit Begleitung eines Heilpraktikers, ist die psychische Standhaftigkeit und die körperliche Abwehrkraft zu stärken. Für den nächsten Brief an Dich, werde ich mir vorbeugende Maßnahmen überlegen.

    Dann können wir uns gemeinsam aufbauen, damit wir alle gesund bleiben und bald wieder das Tanzbein schwingen können, gell?

    In diesem Sinne lieber Radu, lass es Dir gutgehen und grüße Marina und die Kinder von mir.

    Bis bald
    Deine Helena

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